Der Lias beta der Schwäbischen Alb

Im Schwäbischen Jura stellt der Lias beta eine einheitliche Folge dunkler, blättrig-schieferiger Tone und Tonmergel dar. Die Mächtigkeit schwankt von ca. 20 m in der Westalb, nimmt in der Mittleren Alb auf etwa 30 m zu und beträgt in der Ostalb nur noch 3- 7  m. Die Tone des Lias beta sind einheitlich und kaum zu differenzieren, unterbrochen werden sie lediglich durch eine feste, geringmächtige Kalkbank, die sog. „Betakalkbank“, die einen hervorragenden Leithorizont darstellt.

Die Tone des Lias beta sind im allgemeinen eher fossilarm und auch nicht reich an Arten, sie enthalten eine kleinwüchsige Pyritfauna, die vorwiegend aus Ammoniten besteht.

In Franken ist der Lias beta für den Fossiliensammler kaum von Interesse.

Man denke sich bitte eine Linie auf der Landkarte die von Sinnbron (SW des Hesselberges) über Lauf a.d.Pegnitz nach Creußen verläuft. Nordwestlich dieser Linie ist eine bis zu 35 Meter mächtige Beckenfazies entwickelt, die aus dunklen, fossilarmen Schiefertonen und –mergeln besteht und oftmals Toneisenstein- und Phosphoritknollen enthält. Südöstlich dieser Linie ist der Lias beta als Randfazies ausgebildet und erreicht lediglich Mächtigkeiten von wenigen Zentimetern bis Dezimetern. Diese Fazies ist fossilreicher als die Beckenfazies im Nordwesten, besteht wechselnd aus Tonmergeln, Mergeln, Kalkmergeln und Kalksandsteinen, die teils aus grobsandig ausgebildet sind.

Im Riesgebiet ist der tiefe Lias beta noch in der Fazies des Arietensandsteins ausgebildet, im Gebiet von Nennslingen zeigt sich auch der höhere Lias beta in Arietensandsteinfazies.

Wichtigster abgebildeter Ammoniten ist Oxynoticeras oxynotum (QUENSTEDT), der das Leitfossil des oberen Lias beta darstellt (siehe Tabelle).     



Die Abbildung zeigt das Profil des Jura in der Schwäbischen Alb. Sehr deutlich erkennbar ist am Fuße des Jura der obere Lias alpha, der Arietenkalk, der als deutliche Stufe herausmodelliert wird, während der darüber liegende Lias beta, bedingt durch seine nicht verwitterungsresistenten Tone, lediglich einen schwachen Hand bildet und somit in der Landschaft morphologisch nicht ins Auge fällt.

Abbildung entnommen aus :
Peter Rothe  DIE GEOLOGIE DEUTSCHLANDS (Primus-Verlag, Darmstadt, 2005)




Der Lias beta in Schwaben und in Franken

Abbildung entnommem aus :
Peter Rothe   DIE GEOLOGIE DEUTSCHLANDS (Primus-Verlag, Darmstadt, 2005)







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Oxynoticeras oxynotum (QUENSTEDT)

Auster


Belemniten


Bifericeras bifer (QUENSTEDT)


Die  hier abgebildeten Fossilien des Lias beta stammen von der B 27 aus dem Stadtgebiet von Balingen, der Lias beta war dort 1981 aufgeschlossen, als dort die B 27 ausgebaut wurde.


Bifericeras nudicostata (QUENSTEDT)

Bifericeras soelli (SCHLEGELMILCH)

Bifericeras subplanicostata (OPPENHEIMER)

Cheltonia accipitris (BUCKMANN)

Crinoidenstielglieder

Crucilobiceras densinodus (?) (QUENSTEDT)

Oxynoticeras oxynotum (QUENSTEDT)


Muschel

Brachiopode
Spiriferina sp (?)



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