Rheingerölle

Köln liegt am Rhein und das Ufer ist voller Steine.
Alle diese Steine hat der Rhein mitgebracht und mehr oder weniger gerundet. Manche kommen von nah, manche von weit her, andere gar aus den Nebenflüssen des Rheins. Manche enthalten Fossilien, manche sind Mineralien und Halbedelsteine, andere sind einfach nur schön.
Aber interessant ist die Geschichte Ihrer Herkunft in jedem Fall.
Ebenso interessant sind die Kiesgruben  rechts und links des Rheins, in denen Rheinschotter abgebaut werden, also Sedimente, die der Rhein hier in den Eiszeiten abgelagert hat.




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Einmal vorausgesetzt, der Pegel des Rheins ist nicht zu stark gestiegen, so dass die Rheinwiesen unter Wasser stehen, dann finden sich am Rheinufer unterhalb Bonns teils massenhaft Rheingerölle.
Klar, der Rhein hat sie dorthin gespült. Aber woher kommen Sie ?
Warum ist das Rheinufer bei Köln teils 20 m breit mit Kieselsteinen bedeckt, bei Koblenz aber nicht ?
Gräbt man etwas tiefer, sei es bei Hausbaustellen, vor allem aber in den Kiesgruben, so findet man diese Rheingerölle auch in den Kölner Ortsteilen Brück, Vogelsang und Porz, in der Kölner City und in Pulheim, aber auch noch viel weiter vom Rhein entfernt. Ein komplexes Problem, das einen Ausflug in die Geologie Deutschlands und in die Erdgeschichte bedarf. 

Häufig werden diese mehr oder minder gerundeten Gesteine am Rheinufer als Rheinkiesel oder als Kieselsteine bezeichnet. Rheingerölle ist der richtige Begriff hierfür, Rheinkiesel dürfen korrekterweise nur abgerollte Bergkristalle genannt werden, die aber nur sehr selten auftauchen. Auch der Begriff Kieselsteine ist nicht korrekt, denn er resultiert von der sogenannten „Kieselsäure“ SiO2, die das Mineral Quarz bildet. Neben den zahlreichen, meist weißen Quarzen finden sich aber sehr viele andere Gesteinsarten am Rheinufer.

Rheingerölle kommen aus halb Deutschland nach Köln : aus der Eifel, aus Mainfranken, aus dem Hunsrück, aus dem Schwarzwald, aus dem Siebengebirge, vom Laacher See, aus dem Moselgebiet, aus dem Lahngebiet
.... der Rhein transportiert das Material und lagert es wieder ab.
Woher kommen welche Gesteine ? Wie heißen Sie ? Wie bestimmt man sie ?
Was sind es für Gesteinsarten ?

Werfen wir  zunächst einen Blick auf die Geologie Deutschlands. Welche Gesteine kommen von woher ?
Wie sieht die Flußgeschichte des Rheins aus ? Warum lagern sich welche Gesteine wo ab ? Welche Gesteine finden wir gar nicht ? Übrigens : im Rhein finden sich auch schon mal Fossilien und Halbedelsteine wie Achate, selten sogar etwas Gold !!!

Der Blick auf die Landkarte Deutschlands zeigt sofort, welche Gesteine wir am Rheinufer finden können : all diejenigen, die in den Einzugsbereich des Rheins gehören.

 

Der Rheinlauf mit seinen Nebenflüssen (oberhalb von Köln)
Skizze von Herbert Ommer, 2007


Das ist nicht nur der Rhein selbst, das sind vielmehr alle Gebiete, die von Flüssen durchflossen werden, die schließlich in den Rhein münden. Die Mosel bspw. bringt Gesteine aus dem Hunsrück nach Köln, der Main aus dem Frankenwald, die Sieg aus dem Siegerland ....
Auch wenn der Rhein in den Alpen entspringt, so führt er doch keine alpinen Gesteine. Schade, sie hätten das Spektrum immens erweitert, werden aber alle im großen Sammelbecken namens "Bodensee" abgefangen.





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