Devon-Glossar                                 
Ein Lexikon zur Geologie, Stratigraphie und Paläontologie des Devons
last update : 10.02.2008
 
 
A

adaptiv – durch Anpassung an die Umwelt


B

Bioherm – Riff oder untermeerische Erhebung aus koloniebildenden Organismen (z.B. Korallen, Schwämmen, Algen, Stromatoporen), die vor allem in die Höhe wachsen. Die gesamte Biohermstruktur ist umgrenzt (riff-, hügel-, linsen- oder andersartig) und in einem Gestein von anderem Charakter eingelagert (bspw. Korallenstöcke in einem Mergel). Das Bioherm ist streng organischer Entstehung.

Biostrom – flache geschichtete Gebilde aus sessilen Organismen wie Muscheln, Crinoiden oder Korallen, die am Boden flach und ebenerdig nebeneinander in die Breite wachsen, eine Kolonie bilden, nicht in die Höhe wachsen

C

Conocardium BRONN 1835 - Ein Fossil, das sich bspw. in den mitteldevonischen Massenkalken häufig findet. Lange Zeit war die systematische Zugehörigkeit fraglich, mal wurde es den Muscheln zugeordnet, mal wurde überlegt, ob Conocardium eine eigene Klasse repräsentiert. Neuere Bearbeitungen von AMLER et al. betrachten Conocardium als Hauptgattung einer ausgestorbenen Molluskenklasse, der Rostroconchia.
Verbreitung : Devon - Perm
Stamm: Mollusca - Klasse : Rostroconchia - Überfamilie : Conocardioidea

D

Devon – erdgeschichtliches System. 417-354 Mio. Jahre. 1840 aufgestellt von MURCHISON & SEDGWICK. Benannt nach der Grafschaft Devonshire im Süden Englands.

E


F


G

Givet - oberer Anteil des Mitteldevons

H

herzynische Fazies – kalkige Fazies des Unter- und Mitteldevons mit Beteiligung böhmischer Faunenelemente. Bei den Sedimenten handelt es sich oft um Kalke, Kalkmergel oder Plattenkalke von meist geringer Mächtigkeit und eher pelagischer Fazies. Die herzynische Fazies ist eine Beckenfazies.

Hexagonaria -    tabulate Korallengattung. Im Mitteldevon Riffbildner (bspw. in der Sötenicher Mulde/Eifel oder in der Breuner Mulde : Stbr. Pack bei Linde/Berg.Land). Die meisten "Hexagonaria"-Arten werden heute zur Gatuung Disphyllum gestellt, so auch die bekannteste Art Hexagonaria quadrigeminum = Disphyllum quadrigeminum.

I


J


K

Knoppenbießener Schichten - jüngstes Schichtglied (Oberdevon, Nehden) im Profil der Bergisch-Gladbach-Paffrather Mulde, bekannt geworden durch die Funde einer pyritisierten Cephalopodenfauna (Goniatiten, Orthoceren) bei Bau des Kreishauses im Jahre 1974 sowie in den Jahren danach im dahinter gelegenen Dolomitbruch Cox.

Kollisionsororgen
- eine Orogenese ( = Gebirgsbildung) die durch den Zusammenstoß zweier kontinentaler Platten hervorgerufen wird. An der Stelle des Zusammenstoßes wird die Erdkruste zum Gebirge aufgefaltet. Beispiele für Gebirge, die durch Kollisionsorogenesen entstanden sind : Alpen (Italien stößt gegen Europa); Himalaya (Indien stäßt gegen Asien). Entsprechend dazu gibt es auch Gebirgsbildungen, wenn sich eine ozeanische Erdkrustenplatte unter eine kontinentale Platte schiebt (bspw. Rocky Mountains, Anden)

L

Linde - Ortschaft im Bergischen Land mit großem Steinbruch. Heute aufgelassen und unter Naturschutz. In den 80er Jahren war der Steinbruch der Fa.Pack in Linde bekannt für seine großwüchsige Cepahlopodenfauna.Die Schichten von Linde sind stratigraphisch ins untere Givet einzuordnen, häufig findet sich das Leitfossil --> Stringocephalus burtini DEFR.

M

Massensterben - Zum Ende des Oberdevons löschten mehrere Massensterben -> Kellwasser-Event, -> ... einen Großteil der marinen Fauna aus (über 50% aller lebenden Arten). Zum Ende des Oberdevons findet sich in den Weltmeeren eine verarmte Fauna.

N


O


P

Paffrather Mulde - Muldenstruktur im Osten von Bergisch-Gladbach mit mitteldevonischen Schichten, im Kern liegen oberdevonische Schichten. Klassische Fossilfundstellen, aus denen schon in der Frühzeit der Paläontologie schöne Fossilien beschrieben und abgebildet wurden.

Pflanzen - Im Devon besiedeln die Pflanzen das festland. Im Silur noch waren Pflanzen auf sumpfige Gebiete beschränkt,im Oberdevon bereits gab es auf dem Festland große Wälder

Q

Quarzit
 - bankig-massige metamorphe Gesteine. Quarzgehalt > 90%, entstehen aus Quarzsandsteinen.

R

Radiation – stammesgeschichtliche Ausstrahlung, d.h. aufgrund von Fossilfunden festgestellte Entwicklungsexplosion, die während eines relativ kurzen geologischen Zeitabschnittes aus einer Stammform zahlreiche neue Formen entstehen läßt

rheinische Fazies - mächtige, sandige Fazies, bedingt durch starke, klastische Sedimenteinträge vom Old-Red-Kontinent. Das sandige Unterdevon und sandige untere Mitteldevon erreicht oft Mächtigkeiten von vielen tausend Metern. Fossilien finden sich ganz überwiegend in Steinkernerhaltung, oftmals sind es kräftig berippte Brachiopoden mit stabilem Schalenbau, ein Indiz für kräftige Wasserbewegung.

Rostroconchia - (POJETA, RUNNEGAR, MORRIS & NEWELL, 1972) – ausgestorbene Molluskenklasse, Kambrium bis Perm. In drei Ordnungen unterteilt. Der Klasse kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie – entsprechend des verwendeten Phylogenie-Konzeptes – als Ahnen der Bivalvia und/oder der Scaphopoden angesehen werden und somit eine Schlüsselposition in der Phylogenie der Mollusca einnimmt.
Hauptgattung ist Conocardium, wurde früher den Muscheln zugerechnet. Bekannt sind etwa 250 Arten.
Merkmale : kein Ligament, beide Klappen sind dorsal durch Schalensubstanz verbunden.

Rugosa  (EDWARDS & HAIME 1850) (Runzelkorallen)
Synonyma : Pterocorallia, Tetracoallia
Ordovizium bis Perm
Solitär oder koloniebildend. Bilateral-symmetisch, gekennzeichnet durch eine besondere Art der Septenbildung (nur im Schliff zu erkennen). Die rugosen Korallen entfalteten sich im Mitteldevon und früher Oberdevon sehr reichhaltig, verlieren aber ab dem höheren Oberdevon wieder an Bedeutung.

S

Schlade - klassische Fundstelle in der Paffrather Mulde, die Steinbrüche der Schlade erschließen die Stromatoporenriffkalke der
Bücheler Schichten (Mittleres Givet). Heute Naturschutzgebiet.

Stringocephalus - ein großwüchsiger, überwiegend riffbewohnender Brachiopode, Leitfossil des Givet (Oberes Mitteldevon)
Im unteren und mittleren Givet findet sich Stringocephalus burtini DEFRANCE, der im obersten Givet von Stringocepahlus dorsalis abgelöst wird. In seiner Arbeit   Neues zur Stratigraphie und Fauna des rhenotypen Mittel-Devons (Senckenbergiana lethaea,1992) revidiert STRUVE die Gattung Stringocephalus und stellt etliche neue Arten auf, die jedoch nur sehr schwer zu erkennen sind. Deshalb kann die klassische Gliedrung in zwei Arten mit Vorsicht zur Untergliederung des Givet auch weiterhin benutzt werden.

Stromatopora -  ausgestorbene Organismen, die früher meist den Hydrozoa zugeordnet wurden. Nach neueren Erkenntnissen werden sie heute jedoch eher zu den Demospongea (skelettbildenden Schwämmen mit Nadeln aus Spongien oder mit kieseligen Nadeln) oder den Calcispongea (Schwämme mit Skeletten aus Kalknadeln) gestellt.
Stromatoporen bildeten ein kalkiges Skelett in Gestalt unregelmäßig geformter, geschichteter Krusten aus. Im Devon waren sie die wichtigsten Riffbildner, bis sie später in die Funktion von den Korallen abgelöst wurden.

T
Tabulata - ausgestorbene Ordnung der Zoantharia, die vom Mitteleren Ordovizium bis zum späten Perm lebten, ihre Blütezeit erlebten Sie im Altpaläozoikum. Der Name "Tabulata" ("Bödenkorallen") kommt von den horizotalen Plättchen (Tabulae) im Skelett der Einzelpolypen (lat. tabulatus – getäfelt). Senkecht stehende Septen sind meist nur schwach entwickelt. 
Die 300 beschriebenen, ausschließlich kolonial lebenden Gattungen der Tabulata waren neben den Rugosa die ersten Riffbildner unter den Blumentieren.
Im Oberdevon kam es wegen starker Meeresspiegelanstiege zum Massenaussterben von Rugosa und Tabulata, 90% der Flachwasser- und 50% der Tiefwasserformen verschwanden.

U
V


W

Wirbeltiere - Ende des Devons gehen die ersten Wirbeltiere an Land

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